IG Gegen Rasselisten e. V.

END BSL NOW!

NEIN! zum Hundekampf!

 

Wer sich mit der Abschaffung der Rasselisten beschäftigt, kommt an dem Thema „Hundekampf“ nicht vorbei. Viele der heute als „gefährlich“ und unter dem medienwirksamen, aber unsinnigen Sammelbegriff „Kampfhund“ verbotenen, bzw. stark reglementierten Hunderassen haben ihren Zuchtursprung genau in diesem Milieu. Der Begriff „Kampfhund“ bezeichnet keine Rasse, sondern einen „Beruf“ der Hunde – genau wie es „Wach- und Schutzhunde“, „Spürhunde“, „Rettungshunde“ oder „Jagdhunde“ gibt.

Hundekämpfe zur Volksbelustigung haben ihren Ursprung bereits in der Antike - siehe nachfolgenden Auszug aus Wikipedia:

„Im antiken Rom ließ man in der Arena Hunde gegen Bären, Löwen und auch Gladiatoren kämpfen. Nach Abbildungen auf der Trajanssäule wurden Kampfhunde vom Molossertyp von Soldaten der römischen Legionen gegen den Feind eingesetzt.

Das Aufkommen von Soldatenrüstungen machten die Methode der Kriegsführung mit Kriegshunden bedeutungslos. Stattdessen wurden sie jetzt als Wächter großer Anwesen oder zum Treiben von Vieh, besonders auch Bullen, zum Markt eingesetzt. Daraus entwickelte sich der blutige Sport des sogenannten Bullenbeißens, der sich über Jahrhunderte fortsetzte, bis er Anfang des 19. Jahrhunderts endgültig verboten wurde.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Hunde im Kriegseinsatz infolge der statischer werdenden Kriegführung (Grabenkrieg) wieder häufiger eingesetzt. Sanitätshunde halfen beim Auffinden von Verletzten. Vorpostenhunde unterstützten die Wachen bei ihrer Arbeit und trugen Meldungen von Feldposten oder Patrouillen zurück. Ziehhunde wurden eingesetzt, um die Frontsoldaten mit Munition zu versorgen. Im deutschen Heer hatte jedes Jägerbataillon 10 bis 12 abgerichtete Kriegshunde. Solche wurden auch von Österreichern, Franzosen, Italienern, Türken und anderen eingesetzt.

Im 18. und 19. Jahrhundert hatten die Hundekämpfe ihre Blütezeit. In den Arenen kämpften alle möglichen Rassen nicht nur gegen Hunde, sondern auch gegen andere Tiere wie Dachse, Wölfe, Wildschweine, Bären, Löwen und Bullen. Da die Kampfweise der Bulldoggen, sich schnell und unblutig in den Gegner zu verbeißen und nicht mehr loszulassen, für die Zuschauer den Nervenkitzel einer blutigen Beißerei vermissen ließ, wurden Terrier eingekreuzt. Daraus entwickelten sich die sogenannten „Bull-and-Terrier“. Das Ergebnis waren körper- und bisskräftige Hunde mit dem Temperament und der Schnelligkeit von Terriern, im Kampf schmerzunempfindlich, mit großer Ausdauer, Mut (engl. „courage“) und bedingungsloser „Tapferkeit“, auch als „Kampflust“ oder „Kampfwille“ bezeichnet (engl. „gameness“), die gegebenenfalls verbissen bis zum eigenen Tode kämpften. Bei Kämpfen in der Arena (englisch pit, daher die Bezeichnung Pit Bull und American Pit Bull Terrier) konnte der Besitzer des Siegers leicht einen Monatsverdienst oder mehr gewinnen.

Die Hunde durften während eines Hundekampfes keinerlei Aggressivität gegenüber Menschen zeigen („Zuverlässigkeit“), da sich bei einem regulären Kampf drei Menschen (ein Schiedsrichter und zwei Sekundanten) mit in der Kampfarena befanden und die Hunde auch während der Kämpfe angefasst und hochgehoben werden mussten.

Im Rahmenprogramm von Hundekämpfen kamen auch kleine Terrier zum Einsatz, die in einem vorgegebenen Zeitrahmen möglichst viele Ratten zu töten hatten.

Eine Besonderheit stellen die Hundekämpfe in Japan dar. Der Tosa wurde Anfang des 19. Jahrhunderts speziell für diese Kämpfe gezüchtet. Hier kämpften die Hunde nicht mit Fang und den Zähnen, sondern es galt den Gegner wie bei den Sumoringern mit Körpereinsatz nieder zu ringen. Beißen und selbst Knurren führte zur Disqualifikation.

Am 9. September 1835 wurden Hundekämpfe in England und Wales verboten, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch in den meisten anderen Industrieländern. Seither gibt es dort keine legale Zucht von Hunden für den Einsatz in Hundekämpfen mehr. Die Bezeichnung Kampfhund für die erwähnten Rassen reflektiert im Allgemeinen daher historische Gegebenheiten des 18. und 19. Jahrhunderts, die gegenwärtig nur noch im illegalen Umfeld vorliegen.“

Obwohl dieser blutige „Sport“ seit langem verboten ist, blüht überall auf der Welt das illegale Geschäft mit dem Hundekampf. Hundekämpfe sind einträglicher als Drogenhandel. Über Wetten werden sehr hohe Umsätze erzielt, und der Verkauf oder die Zucht mit siegreichen Hunden bringt Erträge, die sich durchaus mit denen im Pferderennsport messen können – die Verlierer sind die Hunde: bei verlorenen Kämpfen werden sie per Genickschuss getötet, oder schwer verletzt einfach irgendwo „entsorgt“ und sich zum Sterben selbst überlassen…

Die Organisatoren dieser Hundekampf-Ringe agieren im Dunkeln und sind oft der organisierten Kriminalität zuzuordnen. In die Szene hineinzukommen, gestaltet sich sehr schwer, da absolutes Stillschweigen vorausgesetzt wird und Aussteiger massiv unter Druck gesetzt werden. Zudem ist die Szene mobil – eine Pit ist schnell auf- und abgebaut, es braucht nur einen niedrigen Zaun, einen rutschfesten Teppich als Unterlage – fertig. Solche Hundekämpfe finden oft in Lagerhallen, alten Betriebsgebäuden aber auch nach Feierabend in Diskotheken statt.  Der neueste, und auch abstoßendste Trend der mobilen Hundekämpfe in den USA und auch Südafrika, ist das „Trunking“ – zwei Hunde werden auf die Ladefläche eines Lieferwagens gesperrt, und der Fahrer fährt so lange durch die Gegend, bis einer der Hunde tot oder so schwer verletzt ist, dass der Kampf endet. Dieser Hund wird dann der Einfachheit halber einfach irgendwo unterwegs im Straßengraben entsorgt. Um durch die Kampfgeräusche von der Ladefläche keine Aufmerksamkeit zu erregen, wird in dem Lieferwagen einfach ohrenbetäubende Musik angemacht…

In vielen Ländern haben die Betreiber solcher Hundekämpfe noch nicht einmal eine große Strafe zu erwarten – gerade in Osteuropa sind diese blutigen „Sportereignisse“ auf dem Vormarsch, ein Tierschutzgesetz ist meist nicht, oder nur rudimentär vorhanden. Die zu erwartenden Strafen, falls ein solcher Ring aufgedeckt und zersprengt wird, sind also eher gering. Oft weichen die Hundekämpfer gerade auf solche Länder aus, da weltweit bekannt ist, dass eine Strafverfolgung eher schleppend bis gar nicht stattfindet.

Die Hunde, die in solchen Kampfringen gehalten und gezüchtet werden, fristen ein sehr elendiges Leben – sie sollen Geld bringen, und kein Geld kosten! Sie werden meist an kurzen Ketten gehalten, auf selbstgebauten Laufbändern trainiert, mit Steroiden gedopt, und oft schlecht gefüttert – alles um die Aggressivität zu fördern. Die Hunde, die aufgrund nicht vorhandener oder nicht ausreichender Aggressivität und/oder Kraft für den Kampf nicht zu gebrauchen sind, werden als „Bait Dogs“ verwendet. Sie werden als Dummys mit den kämpfenden Hunden in den Ring gesteckt, um deren Aggression zu schüren und ihren Angriffswillen zu fördern. Damit die „Bait Dogs“ die kämpfenden (und somit geldbringenden) Hunde nicht verletzen, werden ihnen oft die Schnauzen getaped und/oder die Zähne bis runter auf die Nerven abgefeilt. Sie dienen lediglich als eine Art Lebendköder. Um ihre Verletzungen und ihr Wohlergehen kümmert sich niemand, sie werden nach Gebrauch einfach zum Sterben irgendwo entsorgt. Oft stammen diese Hunde aus Diebstählen, und waren ganz normale Familienhunde – sie wurden gezielt für diese Zwecke von Grundstücken oder vor Geschäften gestohlen. Auch günstige Vermittlungs- und Verkaufsangebote auf den gängigen Handelsplattformen sind ein beliebtes „Einkaufsparadies“ für die Hundekampfszene.

Diese Szene lebt von begeisterten Zuschauern, denen das Elend der Hunde völlig egal ist – nur der „Kick“ und das eventuell gewonnene Geld zählen. Unter diesen Zuschauen sind nicht nur Kriminelle zu suchen – hier finden sich Menschen aus allen sozialen Schichten: Prominente, Ärzte, Anwälte, Richter, Krankenschwestern, Arbeiter und Arbeitslose.

Wohl einer der bekanntesten Fälle um Hundekämpfe ist der amerikanische Football-Spieler Michael Vick. Bei einer Hausdurchsuchung wurden im Jahr 2007 mehrere Dutzend Hunde in unterschiedlichsten Gesundheitszuständen, sowie Ausrüstung für das Training zum Hundekampf sichergestellt. Nach längerem Abstreiten, knickte Vick vor Gericht ein, und gestand seine Mittäterschaft. Er wurde zu 23 Monaten Haft verurteilt, von denen er 18 Monate abgesessen hat. In Anbetracht der Schwere seiner Vergehen (Hunde wurden bestialisch gequält, mit Drogen und über Nahrungsentzug aggressiv gemacht, „Verlierer“ ertränkt und mit Elektroschocks getötet) ist dieses Urteil mehr als milde. Mittlerweile ist Vick wieder im Football aktiv, und wird von seinen Fans gefeiert… (siehe hierzu: http://www.stern.de/sport/sportwelt/hundekampf-skandal-um-football-star-pitbulls-mit-elektroschocks-getoetet-596382.html )

Zum Glück wandelt sich die Ansicht der Gerichte, und gerade in den USA wird wesentlich härter bestraft. Erst kürzlich erhielt ein führender Betreiber eines Hundekampfringes in Florida eine 25jährige Gefängnisstrafe mit anschließender Bewährung, welche für weitere 30 Jahre angesetzt ist. Zudem hat der Mann ein lebenslanges Hundehalteverbot auferlegt bekommen (siehe hierzu: http://www.lifewithdogs.tv/2016/03/convicted-dog-fighter-gets-25-years-lifelong-ban-on-having-pets/  ).

In Großbritannien ist auch heute noch – obwohl bereits seit über 150 Jahren verboten – eine relativ große Hundekampfszene aktiv. Immer wieder werden Ringe aufgedeckt und zerschlagen. Auch hier findet ein Umdenken bei den Gerichten statt, und die Strafen werden höher! (http://www.bbc.com/news/uk-england-manchester-31593184) Hier ist es allerdings in einschlägigen Kreisen auch üblich, Hunde als Waffe einzusetzen, denn die Strafen hierfür sind weitaus geringer als für den illegalen Waffenbesitz. So werden ganze Stadtviertel in Angst und Schrecken versetzt, und „Gangleader“ sind stolz auf den Kampfeswillen ihrer Hunde. Aus diesem Grund gab es im Jahr 2013 eine Umfrage der Britischen Regierung, ob für durch Hunde verursachte Todesfälle Höchststrafen verhängt werden sollen. (http://www.n-tv.de/panorama/Kampfhund-Besitzern-droht-lebenslange-Haft-article11131751.html)

 

 

Weitere Videos zu dem Thema sind hier zu finden.

 

Wir möchten hier auf das illegale Treiben, und das unsägliche Leid, welches die Hunde, die in diesen Kreisen gehalten, und für Kämpfe eingesetzt werden, aufmerksam machen. Da es sich um eine sehr gut abgeschottete Szene, die in großen Teilen der organisierten Kriminalität zuzuordnen ist, ist es schwierig, an gesicherte Informationen zu kommen. 

Sollte jemand auf solche Aktivitäten aufmerksam werden, oder den Verdacht schöpfen, ist von einem eigenhändigen Eingreifen abzuraten - besser ist, die Polizei oder das Veterinäramt einzuschalten.

Es gibt auch Organisationen, die sich explizit mit der Bekämpfung von illegalen Hundekämpfen beschäftigen. Allen voran sei da die Anti-Dogfighting Campaign genannt. Diese Organisation ist in den USA bereits seit Jahren sehr erfolgreich tätig - seit Neuestem gibt es auch einen deutschen Ableger der ADFC, bei dem man - auch anonym - Hinweise bei vermuteten Aktivitäten in Richtung Hundekämpfe geben kann.

 

 


Hundekämpfe gibt es nicht in Deutschland...
Ein kleiner Überblick über Hundekampf-Aktivitäten in Deutschland
Hundekämpfe gibt es nicht in Deutschland.pdf (229.65KB)
Hundekämpfe gibt es nicht in Deutschland...
Ein kleiner Überblick über Hundekampf-Aktivitäten in Deutschland
Hundekämpfe gibt es nicht in Deutschland.pdf (229.65KB)

 

Hier geht es zu verschiedenen deutschsprachigen Berichten:

Blutig und Illegal: Hundekämpfe - ein Insider packt aus (Spiegel Online)

Friedhof der Killertiere, Magazin "Der Spiegel" vom 22.03.2004

Das Grab der Champions, Magazin "Focus" vom 03.08.1998

Die Opfer haben keine Stimme, "N24" vom 24.11.2014

Der große Profit mit den blutigen Hundekämpfen, "Die Welt" vom 24.11.2014

Tödliche Bisse als Unterhaltung, "Frankfurter Rundschau" vom 03.05.2012

 

 

 

"The Champions" ist eine Dokumentation über die Rettung und Resozialisierung der als "Vicktory Dogs" bekannt gewordenen Hunde - jede Hunde die aus dem Hundekampfring des US-Football-Stars Michael Vick gerettet wurden. Eine sehr rührend gemachte, englischsprachige Dokumentation, welche zeigt, dass sogar für Kämpfe missbrauchte Hunde wieder in ein normales Leben integriert werden können. Mit einem Klick auf das Filmplakat werden Sie auf die Homepage zu "The Champions" weitergeleitet. Dort besteht die Möglichkeit, den Film für ca. 18,- $ als Download zu erwerben.  

 

 

Wir werden diese Seite noch weiter ausbauen, und mehr Informationen - auch zum Download - bereitstellen. Dies ist bereits in Arbeit, benötigt aber noch ein wenig Recherche- und Aufbereitungsarbeit - bitte schauen Sie wieder vorbei!

 

PitBullGirlBlog

Ein persönlicher Blog zum Thema "wie kommt man auf "so einen" Hund"... 

  

 

 

 

 

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