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08.05.2017

OEB in Nordrhein-Westfalen auf der Rasseliste?

In den letzten Tagen kursiert die Nachricht, dass die Rasse "Olde English Bulldog" in Nordrhein-Westfalen auf der Rasseliste gelandet ist - das Verwaltungsgericht Köln hat in einer Entscheidung vom 30.03.2017, Aktenzeichen 20 K 5754/16, entsprechend geurteilt.
Seit dem werden Halter eines solchen Hundes von den Ordnungsämtern angeschrieben, und auf die neuen Haltungsvoraussetzungen aufmerksam gemacht.

Uns gab zu denken, dass aufgrund eines Gerichtsurteils gleich die Rasseliste geändert werden kann - schließlich handelt es sich hier um ein Gesetz, dessen Änderung den Weg durch das Parlament bedarf. Ein Grund für uns, hier genauer zu recherchieren.

Das Urteil liegt uns noch nicht in voller Länge vor, jedoch ist aus den bekannten Teilen herauszulesen, dass es sich hier nicht um ein neues Problem handelt: bereits seit dem Jahr 2014 gibt es regelmäßig Beanstandungen durch das Ordnungsamt, wenn Hunde dieser Rasse angemeldet werden.

Das Verwaltungsgericht begründet sein Urteil vor Allem damit, dass es sich beim "Olde English Bulldog" nicht um eine in Deutschland anerkannte Rasse handelt. Somit werden die Hunde als Mixe geführt. Aufgrund der, gemäß Rassestandart beteiligten Rassen gilt der OEB als Mix aus Kategorie-2-Hunden. da in NRW bei Mixen der Phänotyp herangezogen wird, kann der Hund unter Umständen auch als Kategorie 1 eingestuft werden.

Zitat aus dem Urteil:
"Nach den vorgenannten Kriterien handelt es sich bei dem Hund der Klägerin um eine Kreuzung im Sinne des § 10 Abs. 1 LHundG NRW. Dies ergibt sich schon daraus, dass es sich bei Hunden unter der Bezeichnung Old English Bulldog um eine Rückkreuzung aus English Bulldog (50 %) sowie jeweils 1/6 aus Bullmastiff, American Bulldog und Pittbull-Terrier handelt. Es sind demnach auf jeden Fall zu wenigstens 1/3 Hunde bestimmter Rassen eingekreuzt. Solange demnach der Old English Bulldog nicht als eigenständige Rasse in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt ist, was gegenwärtig nach der zuvorderst maßgeblichen Einschätzung des nationalen Zuchtverbandes, hier des Verbandes für das Deutsche Hundewesen e. V. (VDH), nicht der Fall ist, fällt ein Hund dieser Kategorie entweder unter die Regelung des § 10 Abs. 1 LHundG NRW oder - bei deutlichem Hervortreten des Phänotyps des Pittbull-Terriers - unter die Regelung des § 3 Abs. 2 LHundG NRW.

Die erste Erkenntnis unsererseits ist: es kam, was kommen musste!

Nicht eine neue Rasse ist auf der Liste gelandet, sondern die Behörden reagieren auf die weit verbreiteten "Fantasie-Rassen" (wobei wir die OEB nicht wirklich dazu zählen, aber sie ist eben keine in Deutschland anerkannte Rasse) und die gängige Praxis, Listenhunde eben als solche Fantasie-Rassen, bzw. Mixe anzumelden, um die gesetzlichen Auflagen zu umgehen. Und man kann sich sicher sein, dass der Fall der OEB nicht der letzte sein wird - Alba-Bull, Alauntbull, American Bully, und viele weitere werden folgen - denn spätestens über die Phänotyp-Bestimmung sind sie (fast) alle fällig.

Die Falschanmeldung über derartige Rassenangaben ist ein Bärendienst an allen ehrlichen Listen-Hundehaltern und an allen Organisationen, die sich um die Abschaffung der Rasselisten bemühen!

Trotz Allem werden wir uns noch um das Urteil im Volltext bemühen, denn auch wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.



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